Sein Name ist…
Da ich gerade wieder einmal auf eine Rückmeldung einer Werkstatt warte, widme ich aus diesem aktuellen Anlass mal einen Ganzen Beitrag unserem lieben, kleinen (ich find schon recht groß…) Roofus.
Wer oder Was ist Roofus?
Roofus ist ein weißer Pajero V6 mit 3 Liter Hubraum und wurde im Jahre 1993 geboh… ähh.. gebaut. Wir haben diesen Flitzer im August in Darwin gekauft und haben unsere Kilometer auf seinem Rücken zurückgelegt.
Da er für meine Körpergröße etwas zu kurz ist, um darin zu schlafen (und das auch einige andere Nachteile mit sich bringt), waren wir von Anfang an auf der Suche nach einer Möglichkeit, das oder ein Zelt auf das Dach zu montieren.
Nach einigem Hin und Her hat unser Mechaniker in Darwin (John! – Der wohl warmherzigste Mechaniker den ich kenne!) in seinem Hinterhof ein sogenanntes “Rooftoptent” gefunden, das er vor einer halben Ewigkeit mal von einem Bekannten gekauft hat, aber nie aufgebaut oder getestet hat.
Unser Glück! – Den hätte er vorher gewusst, wie genial das Teil ist, hätte er es uns niemals (zumindest nicht für den Preis!) verkauft!
Schlafenszeit
Auf diesem Bildchen ist Roofus mit aufgeklapptem Zelt zu sehen. – Immer wenn wir schlafen wollen, klappen wir das Zelt (was sich normalerweise unter einer blauen Plane befindet und einen “Kasten” auf dem Dach bildet) zur Fahrerseite runter und haben so in Minuten oder gar Sekunden ein Schlafgemach mit Matratzen auf dem Dach und ein recht geräumiges Vorzelt, in dem man bei schlechtem Wetter z.b. dinieren kann. (Und ja… Wir haben hier in OZ auch mal schlechtes Wetter… Schaut euch nur Queensland an!) Das gute an der Ganzen Sache: Das Zelt ist ~2 Meter lang – Ich kann gerade darin liegen! :-)
Wehwehchen
Auch wenn wir im großen und Ganzen super zufrieden mit Roofus sind (wir haben schon überlegt gehabt, ob wir damit einfach nach Hause fahren sollten, um ihn nicht verkaufen zu müssen… – Das bricht mir jetzt schon das Herz!), hat er ab und an ein paar kleine Schmerzen und muss Wohl oder Übel repariert werden.
Husten in Alice Springs
Auf dem Weg nach Alice Springs ist uns aufgefallen, dass Roofus ziemlich viel Öl futtert. Und das ziemlich plötzlich, sodass wir an einer Tankstelle anhalten mussten, um erstmal nen Liter Öl nachzugießen. – Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn der Öldruck immer weiter fällt und man irgendwo im Nirgendwo zwischen Ti-Tree und Alice Springs ist.
Also die erste Werkstatt in Alice Springs angelaufen, die uns auch sofort mit einer Horror- Nachricht kam: Wir haben erst nächste Woche wieder einen Techniker frei, der sich das mal anschauen kann – Aber so wie sich das anhört… Ist euer Motor Schrott. Die Geräusche die ihr hört stammen von den Kolben, die oben gegen die Ventile schlagen… – Der macht nicht mehr lange…
Na Danke aber auch! – Also erstmal zur nächsten Werkstatt…
Nächste Werkstatt (in Kurzform und vlt. etwas überspitzt): Verschwindet. Ich hab keine Zeit!.
Und wieder weiter (Es war schon kurz vor Feierabend): Nach 20 Minuten warten auf den Mechaniker, sagt der nur: Klar… Gib mal den Schlüssel… Ich schau mir das mal an!
Also haben wir Roofus in seine Obhut gegeben und nach ein paar mal Kräftig Gas geben auf der Hebebühne (inkl. direkt am Auspuff riechen… – Was ein Anblick!)
Des Rätsels Lösung: Das Öl, was ihr nachgefüllt habt (es gab nur eine Sorte!) war zu dünn… Nehmt mal dickeres. Hier habt ihr 7 Liter, die ich nicht mehr benötige. – Kippt das rein und ihr macht noch einige tausend Kilometer. Das macht 20$.
Und wer sagt, man kann nicht auch mal Glück haben? ;-)
Seitdem fahren wir mit dem Öl, was er uns empfohlen hat (70er Stärke… Ziemlich zähes Zeugs…) und verbrauchen so gut wie nichts mehr… Okay… Auf dem Weg runter nach Sydney haben wir in Summe auch ca 6 Liter Öl verbrannt… Aber im Gegensatz zu 2 Liter auf 500km ist das eine extreme Verbesserung, oder?
Stromlos in Mission Beach
Bereits auf dem Weg nach Mission Beach mussten wir, als wir zum tanken angehalten haben, uns erstmal eine neue Batterie kaufen – Die alte war leer, kaputt und aufgebläht… So sagte man uns. – Was man uns aber nicht gesagt hat (entweder weil sie es nicht wussten oder sagen wollten): Unsere Lichtmaschine war ebenfalls hinüber. – So sind wir, ohne es zu wissen, mit einer Batterie, die nie geladen wurde bis nach Mission-Beach gefahren. Wo sie natürlich dann nach ein paar Tagen Regenwetter und nicht-weiter-fahren komplett leer war. Man hat uns freundlicherweise Starthilfe gegeben und so konnten wir noch zur Werkstatt fahren. Die Werkstatt ist ein paar Kilometer von unserem Campground entfernt gewesen… – Nach einer kurzen Messung war klar: Eure Lichtmaschine hat den Geist aufgegeben… Statt 13 Volt macht sie gerade mal noch 7 oder so…
Unser erster Gedanke: Na toll… Jetzt sitzen wir wieder fest…Das dauert doch bestimmt Ewigkeiten bis die hier ist…
Aber nein: Für einen Preis von ca. 400$ konnten wir am nächsten Tag unsere neue Lichtmaschine einbauen lassen… Aber halt, halt… Der zweite Weg vom Campingplatz zur Werkstatt war noch viel spannender:
Bitte einmal folgende Szene vor dem inneren Auge nachbauen…
- Es regnet in strömen!
- Die Batterie ist fast leer…
- Erwähnte ich, dass es in Strömen regnet?
- Die Scheiben beschlagen von innen…
- Die Schreibenwischer bewegen sich mit Schneckentempo (Batterie ist ja leer…)
- Licht? – Hallo? – Wir haben kaum Strom… – Keine Chance!
Alles im Kopf? – Gut. Wir sind also unter den Umständen in Strömendem Regen in die Werkstatt geschlichen und hatten arge Bedenken, ob wir überhaupt ankommen würden… So ein Motor braucht halt ab und zu schon etwas Strom von der Batterie… Z.b. für nen Zündfunken oder so :-)
Aber wir sind noch angekommen und haben eine neue Lichtmaschine bekommen…
Stromlos #2
Da es immer noch geschüttet hat, konnten wir immer noch nicht aus dem Flugzeug stürzen… Also weiter warten. – Als wir dann gesprungen waren und los wollten. Nada. Kein Mucks. Kein Strom in der neuen Batterie. Obwohl die neue Batterie durch die neue Lichtmaschine über unsere Pflichtfahrt zum laden der Batterie voll sein sollte.
Also wieder Starthilfe organisiert und zwei Tage später (war halt logischerweise Wochenende (Murphy lässt grüßen)) wieder zur Werkstatt. – Ein großes Fragezeichen später kam die Idee: Lasst uns mal eure Zweite Batterie testen!
(A.d.R: Wir haben eine Zweite Batterie für Kühlbox + Wechselrichter (250V) die über einen so genannten Red-Arc angeschlossen ist… Der Kümmert sich (normalerweise) darum, dass die Batterie beim fahren geladen wird, aber die Kühlbox z.B. nicht die erste Batterie leer ziehen kann)
Ergebnis: Zweite Batterie ist auch für die Tonne. Wahrscheinlich hat die defekte Batterie den Red-Arc überlistet und die erste auch leer gezogen… Und, so die Vermutung des Mechanikers, evtl. auch die Lichtmaschine getötet. – Aber das kann ich weder bestätigen noch verneinen.
Also zweite Batterie abgerupft und in der nächsten Stadt bei Repco eine “Deep Cycle” Batterie gekauft, die es besser verkraftet, mal leer gemacht zu werden. – Normale Bleibatterien sind quasi Schrottreif, wenn sie etwas älter sind und dann einmal komplett leer werden. Das Problem hatte ich in Deutschland auch schon einmal, als mein kleiner Yaris in Gütersloh stehen bleiben musste.
Merke: Autobatterien sind verdammt teuer. Depp-Cycle-Batterien sind noch teurer!
Aber durch unseren Charme konnten wir den lieben Repco-Mitarbeiter überzeugen, uns die Deep-Cycle Batterie zu einem günstigeren Preis zu überlassen… – Vlt. mag er Backpacker… ääh.. Travler :-)
Rappeln im Karton!
Als wir Abends auf die Ankuft der Schildkröten warten wollten, aber zwei Tage zu früh waren, war es so weit: Motor an. Großer Radau im Motorraum. Panik. Irgendwas ist da hinüber.
Wir sind dann unter “großer Angst” (- ok.. soooo groß war sie nicht) zum nächsten freien Campingplatz in der Nähe gegurkt und wurden nach gut einer Stunde bei dem vorbereiten des Abendessens von einem Security-Mitarbeiter darauf hingewiesen, das wir nicht campen dürften, unsere Nummernschilder von den Kameras aufgezeichnet wurden, und wenn wir bis 23 Uhr nicht verschwunden wäre, das eine Strafe von mehreren tausend Dollar sein würde.
Da der nächste freie Campingplatz aber zu weit Weg war, als das wir uns getraut hätten, mit dem Rappeln so weit zu fahren, haben wir quasi hinter einer Werkstatt im Auto übernachtet (mit Blick auf die Rum-Raffinerie-Türme von Bundaberg) und haben die morgens als erstes beehrt.
Des rappelns Lösung: Eine Mutter des Ventilators im Motorraum ist wohl gebrochen und hat den Ventilatismus leicht aus der Ruhe gebracht. – Zusätzlich haben wir noch einen Öl & Filter-Wechsel machen lassen. – Das hatte Roofus sich verdient und war eh schon seit Alice-Springs eingeplant gewesen.
Flooding.
Nicht nur Queensland ist überflutet. Auch Roofus’ Motor flutet sich selbst mit Benzin, wenn man ihn versucht, im warmen Zustand zu starten. – Das ist zwar das erste mal bereits im Kakadu-Nationalpark passiert, wurde aber erst nach Bundaberg bzw. im speziellen nach Fraser Island so richtig nervig und häufig.
Wenn wir im Moment tanken wollen, müssen wir zusehen, dass die Tankstelle entweder sehr wenig besucht ist, und wir 15Minuten warten können, oder an einem Hang gebaut ist, sodass wir uns mit der Schwerkraft anschieben lassen können.
Also haben wir wieder mal eine Werkstatt besucht. Am 28. Dezember irgendwo in den Bergen des Waterfall-Ways. Der guckt sich das ein paar mal an. Rüsselt im Motor rum und sagt uns dann: Euer Motor hat so einige Probleme…
Wir: (mit großen P in den Augen) “Was?!”
Eure Zündkerzen sind wohl verdreckt und müssen erneuert werden… – Ok.. Das ist einfach… Und weiter? – Evtl. ist die Einspritzanlage verdreckt. Aber dazu müsste ich die ausbauen und zum testen an die Küste schicken… Das dauert mindestens ein paar Tage.
Und ihr verliert Öl… (Ach nee… Wir haben Dich darum gebeten, nach dem Ölleck zu suchen, das wir seit dem Ölwechsel zu haben scheinen) – Die zwei Rohre hier sind undicht. Die kann ich aber selbst nicht machen (Es sind solche Drahtgeflecht-Rohre) – Die muss ich an der Küste machen lassen…
Ok… Und was HABT ihr nun gemacht… – Nun….. (Pause) … Wir haben das Ölleck gefunden… Und einen Liter Öl draufgekippt.
Und dafür habt ihr eine Stunde gebraucht?! – “Nun… (Pause)” Ende…
Also sind wir unverrichteter Dinge weitergefahren. Ok… Wir hatten nun einen (teuren) Liter Öl mehr und meine Vermutung, dass es die Zündkerzen sein könnten, wurde etwas mehr bestätigt.
Also haben wir am nächsten Tag in Armidale beim Repco gehalten und neue Zündkerzen gekauft.
Ergebnis: Roofus läuft etwas runder (knackert nicht mehr unter Last (z.b. Bergauf)) – Aber er übergießt sich weiterhin mit Benzin, wenn er warm ist…
Things to come:
Nun… Ich habe heute früh (vor ca. einer Stunde) Roofus wieder in die Hände einer Werkstatt übergeben und warte nun in einem Café in Bathurst sehnsüchtig auf deren Anruf, was er denn nun für Schmerzen hat und wie man sie beheben kann.
- Ich bin mal gespannt. Und hoffe, dass es nichts wildes ist.
Nachtrag: Gefahr erkannt…
Mittlerweile hab ich unseren Roofus wieder und wir wissen jetzt auch, was er alles für Wehwehchen hatte. Ich hatte vermutet: Temperatursensor oder Verteiler… Und was war es? – Der Temperatur-Sensor!
Allerdings war das leider nicht alles, was sie gefunden haben… Das Ölleck haben sie “wiedergefunden” – nachdem ich sie quasi mit der Nase noch einmal drauf gestoßen habe. Und dazu noch (bisher unbekannt) ein Riss im Kühler. – Der laut Mitarbeiter, quasi jeden Moment größer werden kann. – Gut… Er will natürlich auch das Ersatzteil und die Arbeit verkaufen… Allerdings bin ich zu ehrlich, so einen Mangel zu “verstecken”, wenn wir das Auto verkaufen.
Alles in allem kostet die Reperatur, also ein neuer Temperatur-Sensor, neue Öl-Schläuche (denn die lecken ja…) und ein neuer Kühler inklusive Arbeitsstunden knappe 950$AU… – Im Grunde nicht günstig, aber ich hatte da schlimmeres befürchtet. Theoretisch könnte man auch noch 300$ abziehen, wenn man den Kühler nicht auswechseln würde… Aber ich weiß nicht…
Bei der Hitze hier manchmal?! – Was meint ihr?
Achja: Die Ersatzteile kommen leider erst am Dienstag. Bis dahin heißt’s: Durchhalten!
(Und: Am Dienstag schaut sich sogar einer deren Verkäufer den Wagen an und bewertet ihn… Kostenlos! – Ich bin mal gespannt, was dabei raus kommt und ob er Zelt etc. mit bewerten kann…)
Ganz vergessen: Da ich gerade tanken musste, stehe ich nun an der Tankstelle und warte, bis der Motor wieder kalt genug ist um ihn zu starten. Nur mal für die Statistik: Es ist nicht immer alles wunderbar hier unten in Australien… Manchmal muss man auch ein voll belandenes Auto allein von der Tanksäule wegschieben…
Call me Hulk… (Ahja: Tobias: Nein… Nicht bergab… Sogar leicht bergauf!)






Viola
8. Januar 2011
Eva
8. Januar 2011