Auf zur w/heißen Weihnacht!- Ok… Nass.
Eigentlich war der Plan: Ein “echtes” Aussie-Weihnachten zu verbringen. Wobei… Das haben wir ja im Grunde auch geschafft… Bis auf das typische Weihnachtswetter hat alles gestimmt. Denn hier hat es nicht wie in Deutschland geschneit ohne Ende, sondern ohne Ende geregnet.
Soweit ich weiß wurde sogar in Deutschland von dem vielen Regen und Überflutungen berichtet.
Escaping Mundubbera
Aber eines nach dem anderen. Um zu unserer X-Mas-Gastfamilie in Toowoomba zu kommen, mussten wir erstmal aus Mundubbera fliehen. Wir haben ca 3 Wochen in Mundubbera verbracht und dort die meiste Zeit (wenn es das Wetter zugelassen hat) Weintrauben geerntet. OK,ok… Sonja hat die meiste Zeit geerntet. Ich habe lange Zeit an meinen eigenen Projekten gearbeitet… Aber dazu dann etwas, wenn sie soweit sind.
Schon in Mundubbera hat es oftmals geschüttet wie aus Eimern. Oder wie die Briten sagen: It was bucketing down!
Normalerweise ist “hier unten” ja gerade Sommer. Was “hier unten” bedeutet: Warm. Was wiederum “hier unten” bedeutet: Es ist knochentrocken. – Aber nicht so dieses Jahr. Neben dem Campingplatz, auf dem wir gewohnt haben, gab es eine Senke mit einem Bach… “Gab”, weil die Senke sich mit der Zeit in einen großen See mit reißendem Fluss verwandelt hat.
Zu normalen Jahren ist das Ding knochentrocken und hat keinen Tropfen Wasser. In diesem Jahr gab es jedoch so viel Regen, dass nur noch einige Zentimeter gefehlt haben, bis der Platz überflutet gewesen wäre.
Eigentlich wollten wir am 23. Dezember aufbrechen und Richtung Toowoomba fahren – Jedoch wurde uns in Mundubbera gesagt: “If you want to leave Mundubbera… Leave NOW!” Denn: Die Straße nach Süden (die wir eigentlich nehmen wollten) war bereits heftigst überflutet… Statt wie normal sechs Meter über Wasser war die Brücke nun sechs Meter unter Wasser.
So sind wir also schon am 22. aus dem Wasserkessel raus und Richtung Weihnachten aufgebrochen. Auf kleinen Umwegen und mit nur etwas Wasser auf der Straße.
Merry Christmas!
Wir sind trotz der Wassermassen pünktlich am 24. Dezember bei unserer Gastfamilie aufgeschlagen. “Weihnachten” ist hier nämlich erst am 25. Dezember und so etwas wie “Heiligabend” mit Bescherung gibt es hier nicht. Geschenke gibt’s 25. Morgends.
Nach und nach sind die ganzen Kinder der Gastfamilie angekommen, sodass wir Weihnachten dann mit insgesamt acht Personen gefeiert haben.
Man hat uns erklärt, dass ein Barbeque an Weihnachten nicht so wirklich “traditionell” ist… Sondern diese Ehre eher dem Weihnachtsschinken gilt. So gab es also an Weihnachtsmittag lecker Schinken mit Röstkartoffeln und allerlei Salat, Truthahn und allem was das Herz begehrt.
Chopper-Sui – Pflanzensalat
Das wohl interessanteste und spannendste Geschenk, was an dem Morgen über den Tisch ging war wohl der ferngesteuerte Helikopter für den Gastvater Gerry.
Nach nervenaufreibendem Laden der Akkus wurde er irgendwann gegen Mittag der erste Testflug unternommen. Unter der Veranda, da es draußen bereits seit Stunden wieder am regnen war. Der erste Testflug endete mit einer unfreiwillig gestutzten Topfpflanze und einem Lachkrampf. Der Heli wurde aus beweissicherungstechnischen Gründen neben der Pflanze an Ort und Stelle stehen gelassen. Es konnte ja keiner vorausahnen, dass er noch einmal an den Gashebel kommen würde und die fliegende Heckenschere somit den letzten, kümmerlichen Rest der Topfpflanze skalpiert hat.
Was ein herrlicher Lachkrampf!
Homebrew – Mjam
Gerry ist begeisterter Bier-Selbstbrauer. Bzw. begeisterter Barmann. – Eine sehr nette Kombination, da das selbstgebraute (leckere) Bier immer wieder seinen Weg in das Glas gefunden hat.
Abgesehen von einer kleinen Meinungsverschiedenheit des Verlobten der Tochter mit einem ihrer Brüder haben wir dort zwei sehr nette Abende in der Bar der Gastfamilie verbracht. Mit Homebrew, (M$) Kinect, viel Homebrew und einem kleinen Billardtisch. – Zwar keine Super-Weiße-Weihnacht wie in Deutschland, aber auch auf jeden Fall ein Erlebnis wert!
Escaping Toowoomba
Da wir Beide nicht unbedingt an der Küste Richtung Sydney fahren wollten, haben wir uns für die Inlandroute entschlossen. – Allerdings haben wir den Plan ohne das Wetter gemacht. Ungefähr 50km südlich von Toowoomba hatte sich ein Creek dermaßen mit Wasser gefüllt, dass wir uns wegen der Strömung auch mit unserem Roofus nicht mehr hindurch gewagt haben. – Also hieß es wieder zurück Richtung Toowoomba und dann Brisbane um zumindest ein Stück an der Küste entlang zu fahren.
Zu unserem Glück hatten sich die Bäche und Flüße, die wir bereits durchquert (richtig… Hindurch. Nicht drüber. – U.A. war z.B. eine Tankstelle komplett 30cm überschwemmt. Mit der Strömung bergab nicht ganz sooo lustig. Aber auch ein Erlebnis wert ;-)) noch nicht so weit gefüllt, dass wir mitten im nirgendwo festgesessen hätten.
Sonne!
Hauptziel: Sonne finden. Und die gab es laut Wetterbericht weiter südlich. Also sind wir strammen Schrittes richtung Süden getingelt und konnten dann in Byron Bay die ersten Sonnenstrahlen genießen. Aber Sommerwetter war das immer noch nicht. Also sind wir nach einem kurzen Aufenthalt in Byron Bay weiter Richtung Süden gefahren um den “Waterfall-Way” in Angriff zu nehmen…
Aber dazu mehr nach der nächsten. Maus.





