Tim Oktober - 24 - 2010 Allgemein, Queensland3 COMMENTS

Nach mehr als zwei Tagen warten in Mission Beach bei strömenden Regen war es gestern endlich soweit: Wir konnten uns aus einem Flugzeug stürzen.. Freiwillig!
- Muss man dazu irre sein? – Nein!

Das Ganze ist ein ganz “normaler” Sport und ich kann jedem, der mal die Möglichkeit haben sollte nur empfehlen: Machen!
Ok.. Man muss vorher viel Papierkram unterschreiben.. Wenn man abstürzt ist man quasi selbst Schuld und die Firma kann nicht dafür belangt werden. Man darf sich nicht von Formulierungen wie z.B.: “Skydiving ist ein gefährlicher Sport es hat schon häufig Verletzungen und/oder Todesfälle gegeben. Unterschreibe hier und lasse einen Zeugen dann noch dort unterschreiben.” nicht abschrecken lassen.
Mal so frei wiedergegeben. So in etwa läuft es zumindest ab.

Auf zum Flughafen…

Ist die fröhliche Pärchenbildung (bzw. Drillingsbildung, wenn man nen Kameramann mit gemietet hat) abgeschlossen, geht’s ab in einem Kleinbus voll mit gut gelaunten Menschen die es sich zum Job gemacht haben, sieben mal pro Tag aus dem Flugzeug zu springen.
Die Kameramänner beginnen sofort auch mit ihrer Aufgabe und filmen was das Zeug hält irgendwelche Szenen. Grundsätzlich gilt: Siehst Du eine Kamera auf dich gerichtet: Austicken und Grimassen schneiden ;-)

Aufwärts… Und Aufwärts… Und Aufwärts…

Ist man am Flughafen angekommen, wird man mit ein paar Juxen und gut gelaunten Divemastern in ein kleines Flugzeug gefrachtet. Die Inneneinrichtung ist ziemlich spartanisch: Zwar ist alles gepolstert, aber die “Sitzbänke” sind nur zwei in Längsrichtung angebrachte Blöcke auf denen alle wie die Hennen auf der Leiter sitzen… Immer abwechselnd: Student vorne, Divemaster dahinter. Die ganzen Kameramenschen tummeln sich direkt vor dem Eingang… Bzw. Ausgang.
Kaum ist man drin, wird man an seinen Host angeschnallt. Das Geschirr trägt man ja schon einige Zeit mit sich herum (das bekommt man schon im Office angelegt).
Ich weiß nicht genau, worüber die anderen sich so unterhalten haben, aber ich hab mit “meinem” Jean-Reno Double über die extrem geniale Landschaft geredet… Es ist allein schon ein super Gefühl sich langsam (und zudem in einer so kleinen Maschine) über einer so majestätischen Landschaft wie dem Mission Beach (-Rainforrest) zu erheben. Regenwald. Flüsse. Strand. Blaues Meer. Inseln. Sonne. Ein paar Wolken. – Herrlich!!
Ab und zu bekommt man dann von hinten diktiert wie hoch man gerade so ist… – Die erste Ansage kam bei ca 3000 Fuß. Das ist schon recht hoch… Aber springen hätte ich da noch nicht wollen – Das lohnt ja nicht. – Genau wie die Möglichkeiten bei 9000 oder 11000 Fuß springen zu können. Da sind mir die 14000 Fuß und 60 Sekunden Freefall doch schon ein paar Dollar mehr Wert!
Achja… Erwähnte ich schon? – Mein Springer hat schon über 9500 Sprünge absolviert, macht das seit 27 Jahren und hört auf den Namen “Steve”. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass es eigentlich Jean Reno unter falschem Namen ist. Der sieht im bestechend ähnlich…

Und dann: Abwärts!

Ist die grüne Lampe (Rot = 2 Meilen vom Absprunggebiet, Gelb = 0.5 Meilen, Grün = RAUS!) dann an, werden sie alle nacheinander aus der Tür gestoßen. Um mal meinen Springer zu zitieren: Zwei Sekunden, nachdem wir raus sind weiß Du ganz genau, warum die Leute das hier alles machen.
Was soll ich sagen? – Er hat einfach Recht! Da gibt’s keine großen Worte für. Einfach machen sobald sich die Gelegenheit bietet… – Das ist ein sooo… ‘tschuldigung GEILES Gefühl! Himmelarschundzwirn.
Ach doch… Eines muss ich noch loswerden: Ihr glaubt nicht, wie schnell 60 Sekunden vorbei sein können! – Also vergesst ganz schnell die Angebote für neun- und elftausend Fuß! – Die paar Dollar die das im Vergleich mehr kostet sind das Erlebnis bei weitem wert!
Hat man die 60 Sekunden leider schon hinter sich gebracht, wird’s noch einmal ruppig: Wenn der Fallschirm aufgeht, wird man Ruckzuck von knapp 200km/h auf weit unter 100 abgebremst. Innerhalb von ner gefühlten halben Sekunde!

Üüüüber den Wolken muss die Freiheit…

… jaja.. Schon gut. Ich hör’ ja auf zu singen. – Aber das Lied passt auch hervorragend zum “Abschluss” des Sprunges. Man segelt an einem bisschen Stoff ein paar hundert Meter über eine Atemberaubende Landschaft.
Wer schon einmal hier war, oder sich ein paar Bilder im Internet angeschaut hat weiß wovon ich rede… Wo könnte man besser springen als hier? – Strand. Meer. Regenwald. Sonne. Einfach herrlich…
So.. Genug der Lobeshymnen. Wer die dazugehörige DVD sehen will, darf ab März gern bei mir vorbei schauen und ein paar Bier mitbringen ;-)

Why should someone jump out of an perfectly good airplane? – ’cause we’re mad!

3 Comments

Renate

24. Oktober 2010

ach …. auch noch so ein Traum von mir!

Tim

25. Oktober 2010

… einfach machen! ;-)

Ruth Kilian

8. November 2010

Supergeil!!!
Aber ich hätte zu viel Angst.Habe schon vor dem normalen Fliegen Schiss!!!Hier ist es schon rattenkalt,genießt also das Wetter.