Lang hat’s gedauert bis es einen neuen Post gab… Und nein – Es war nicht meine Faulheit und das ich hier die Zeit so sehr genossen habe, dass ich keine Lust hatte etwas zu schreiben… Es gab vielmehr irgendwie immer etwas zu tun oder wir waren ausserhalb von irgendwelchen Hotspots… Da jetzt aber jeder von uns seinen eigenen, kleinen Telstra-UMTS-Stick hat, können wir auch von unterwegs aus online sein.
Jetzt im Moment stehen wir auf dem Parkplatz der Sterling Mills (zwischen Katherine und Materanka) wo wir heute Nacht genächtigt haben – Aber dazu später.
Der Letzte Tag auf Bali
Wir mussten am letzten Tag noch in ein anderes Hotel umziehen, da wir ja “eigentlich” nur zwei oder drei Tage in Fat Yogi bleiben wollten, es uns da dann aber so gut gefallen hat, dass wir die Ganze Zeit dort bleiben wollten… Nun ja – Bis auf den letzten Tag hat das auch geklappt – Da war kein Zimmer mehr frei.
Da ich mit Magenproblemen irgendwie flach gelegen habe und die meiste Zeit nur gepennt habe (ich muss glaube ich für Jahre im voraus Schlaf gesammelt haben) hat Sonja sich auf die Suche begeben und hat ein neues Hotel/Hostel/WieAuchImmer gesucht.
Sie hat auch nicht viel später eines gefunden und hat sich ein Zimmer zeigen lassen: Alles wunderbar! Klima, Sauber, etc.pp. und das für eine Hand voll Dollar. – Bali eben. Alles supergünstig.
Also Sachen gepackt, “ausgecheckt” (alias: “Wir gehen dann mal…” – “Auch, ihr wolltet doch noch länger bleiben… Da ist jetzt noch nen Zimmer frei” – “grml”) und rüber gelaufen. Mit Sack und Pack waren es irgendwie zwischen 5 und 10 Minuten Fußweg. Wenn wir eine der unzähligen “Transport?”-Fragen mir Ja beantwortet hätten, wäre es sicherlich noch später geworden.
Das Zimmer, was wir dann aber bekommen haben war irgendwie dann aber doch… Öhm.. “leicht anders” als das, was Sonja gezeigt wurde. Ok… Zugegeben, es hatte eine Klima-Anlage. Aber dafür war es Dunkel (richtig Dunkel, da alle Fenster quasi verbarrikadiert waren), die Tür war nicht wirklich abschließbar und das Beste: Es hat gemüffelt (mag am Dreck von mehreren Wochen liegen) und das Bad war “leicht” schimmelig….
Aber nun gut – Wir wollten ja eh nur eine Nacht bleiben und die Nacht eigentlich mit Feiern verbringen.
Also ein paar Minuten akklimatisiert und ab zum Strand. Dann wieder ein paar Minuten hinlegen und – ich weiß nicht mehr genau wann – ca. 21 Uhr oder so ab auf die Partymeile.
Wir haben die meiste Zeit im “Sky Garden” verbracht – ein echt gut gemachter Club. Er ist zwar etwas sehr verschachtelt, aber der wörtliche Höhepunkt ist eine Dachterrasse, auf der man unter freien Sternenhimmel abfeiern kann. Super Sache!
Als wir dann irgendwann so gegen drei Uhr verschwinden wollten ist Sonja aufgefallen, dass ihr Handy und das Fake-Portmonaie geklaut worden sind. Solche Schweineratten! Die Geldbörse war total egal, da in ihr nur ein paar Rupien und eine abgelaufene Kreditkarte waren (Fake halt), aber das Handy war schon ärgerlich! – Immerhin sind wir über unsere Mobiltelefone aus .de-Land erreichbar etc.pp.
Also Diebstahl gemeldet (auch wenn’s nix bringt… Zumal wir ja schon keine 15 Stunden später das Land verlassen) und ab zum McDonald’s um per Internet das Handy zu sperren.
Als alles vorbei war (Anzeige bei der Polizei etc.), war es hell und irgendwie 7 oder 8 Uhr morgens.
Wir sind am nächsten Tag dann noch einmal an den Strand und haben uns dann Abends zum Flughafen bringen lassen.
Darwin, wir kommen!
Der Flug war irgendwie wieder etwas Besonderes: Wir sind mit Jetstar geflogen – Das ist ungefähr das Ryan-Air von Quantas. Ergo, man muss für alles bezahlen (ok.. Toiletten sind immer noch kostenlos und es gibt auch keine Stehplätze) – Jedes Getränk kostet Asche und Essen (bzw. Snacks) natürlich auch. Um so verwirrter bzw. erstaunter waren wir, als sich auch einmal eine Stewardess in unsere Reihe beugte und mit einer Liste in der Hand ganz lieb gefragt hat, ob wir denn lieber Chicken oder Spicy Beef haben wollten. Nachdem wir die Frage etwas entsetzt beantwortet haben hat sie das noch ein paar wenige Male weiter vorne gemacht und ist wieder verschwunden.
Das Ganze klärte sich dann etwas auf, als jeder von uns (und die paar Wenigen, die weiter vorne noch nach Essen gefragt wurden) eine Tüte mit Decke, Augenbindendingsbums, Ohrstöpsel etc pp bekommen haben… Ich habe die Frage nach einer Decke erstmal brav verneint, aber wollte gerne eine für Sonja haben. Die Dame meinte dann nur so etwas wie: “Ihr seit Quantas-Kunden, die sind für euch”…. *pling* Zweiklassengesellschaft! – Da wir ja eigentlich mit Quantas fliegen würden, gilt auch hier das, was Quantas überall verspricht: Auf jedem Flug eine warme Mahlzeit. – Saubere Sache! ;-)
Einen kurzen Moment hat man schon ein schlechtes gewissen, wenn man in so einem Flieger als einer von zehn Leuten sein duftendes Essen öffnet! Aber da mein Spicy Beef zugegebenerweise nicht sooo lecker war, war das schlechte Gewissen auch schnell wieder weg.
Der restliche Flug war ziemlich normal – Ich war nur etwas verwundert, als dann auf einmal die Durchsage kam, wir sollten doch bitte unsere Tische hochklappen und Sitze wieder sortieren, da wir ja bald landen würden… – Ich hatte irgendwie nicht ganz Präsent, dass es nur eine Art “wir fliegen mal nach Mallorca”-Hüpfer sein würde.
Down Under! – Wir sind da
In Darwin angekommen mussten wir natürlich erstmal durch die Quarantäne… – Sonja war noch kurz auf Toilette, so dass wir die letzten waren. Der Beamte schaut mich fragend an und meint, ich solle doch jetzt bitte mal zum Schalter kommen (Quasi: Mach hinne Junge, ich will Feierabend. – halb vier Uhr Nachts oder so). Wahrheitsgemäß habe ich gesagt, dass ich noch auf eine Freundin warten würde, die gerade auf Toilette wäre. – “Do you know she’s on the toilet, or do you think, she is still on the toilet?” – “I think she is still there, i didn’t see her leaving the toilet” – “A you’re German… There is a joke… Let me think a moment – I know it from the TV… ‘We are sinking, we are sinking… – What are you thinking about’” – Grrr… So schlecht ist mein TieÄitsch nun auch wieder nicht!
Naja. Ab durch die Quarantäne und nach einer kurzen Lagebesprechung in den Shuttle um zum Hostel zu tingeln. – Das Cavenaugh wirbt ja immerhin damit, dass die Rezeption 24h lang besetzt wäre. – Dort angekommen war es allerdings etwas leer. Aber nach der Nutzung der uns anlachenden Nachtklingel kam dann auch jemand angewackelt.
Nein… Ihr könnt noch nicht aufs Zimmer… Ihr habt erst für morgen gebucht. – Da kann man rein gar nichts machen… Aber ihr könnt es euch hier auf den Stühlen gemütlich machen und warten. – Na super! – Es ist vier Uhr nachts und wir sollen zehn Stunden auf den Stühlen warten um einchecken zu können? – Na Klasse!
Aber was solls. Hingesetzt. Gewartet. Gewartet. Aufgepasst ob wer auscheckt… Denn der Herr meinte ja, dass wir evtl. früher rein könnten, wenn vorher welche auschecken. Unser Vorteil: Die Touren, die aus Darwin losgehen, starten meist so vor sechs Uhr – Also sind die ersten so um 5 Uhr aufgetaucht um zu frühstücken. Aber: Nein… Ihr könnt nicht auf die Zimmer… *grml*
Um Acht kam dann endlich die Normale Rezeptions-Besatzung. Nach ein bisschen drumrumlabern und lieb gucken durften wir uns natürlich – da gibts ja keine Frage… Warum sollten wir auch nicht dürfen? (Die Nacht-Besatzung hat es uns ausdrücklich verboten) – Uns auf die liegen am Pool pflanzen. also Liegen zurechtgerückt, Sonnenschirme auf gut Glück ausgerichtet und versucht etwas zu schlafen… Wir hatten ja immerhin Isomatten und sowas dabei. Schlafsäcke brauchten wir aber nicht ;-)
Ich bin dann gegen zwölf Uhr nochmal zur Rezeption und hab der neuen Dame hinterm Tresen unser Dilemma erklärt… Ob wir denn schon auf das Zimmer düften – Nein. Check-In geht erst ab 14 Uhr.. Seit wann seit ihr denn da? – Seit heut Nacht um 4?
Ein paar große Augen später, ein mitleidiges “Moment” und ein paar Minuten drauf konnten wir dann unsere Betten beziehen. Endlich!
Aber wir waren endlich angekommen!
Werkstattkinder
Ich langweile euch jetzt mal nicht mit dem ganzen drumherum, wie wir begonnen haben uns in der Stadt zurecht zu finden, Tax-Nummer zu registrieren und so weiter und so fort, sondern komme mal gleich zum eingemachten:
Eines Tages, wir waren wieder mal auf der Suche nach dem Backpackers Car-Market, der im Lonely-Planet angepriesen wurde, sind wir in eine Pizzaria, die neben der angeblichen Adresse gelaufen…
Ein freundliches “Can i help you?” der Thekendame hab ich mit einem fragendem “We are looking for the Backpackers-Car-Market which should be right here around the corner… Do you know it?” die Theke besucht…
Die Antwort (nicht übersetzt, o-Ton): “Was sucht ihr denn?”. Kurzer Schock. Dann weiter: Ein Auto.
Sie hätte da einen geheimtipp. Sie würde uns zu John schicken… Bei dem wohnt sie im Moment. Der verkauft auch Autos. Sagt einfach, ihr kommt von Glenn. Ich bin nachher auch da.
Irgendwie waren wir dann vorher noch woanders – Ich weiß allerdings nicht mehr genau wo… Zumindest war “Glenn” schon da, als wir zu der Werkstatt kamen. Ich hatte allerdings wohl eher mit einem Privatmann gerechnet, der nebenbei Autos verkauft. Gelandet sind wir dann aber in einer ausgewachsenen Werkstatt mit komischerweise vielen anderen Backpackern drin.
Ja.. Die sind hier alle irgendwie gestrandet. Warten auf ihr Auto, auf eine Mitfahrgelegenheit, oder arbeiten ganz einfach hier… Spannende Sache ;-)
“John” hat uns dann drei 4WDs gezeigt, die für uns in Frage kommen würden. Unter anderem einen weißen Mitsubishi Pajero V6, der unser Favourit geworden ist. – Er hätte ihn selbst noch nicht gefahren, sondern auch gerade erst gekauft. Er könnte uns also nicht genau sagen, ob und was daran kaputt wäre… – Aber wenn wir wollten, könnten wir eine Testfahrt z.b. in den Litchfield Nationalpark machen und mal schauen, was da alles nicht mit stimmt. – Wir müssten es dann auch nicht kaufen… – Ooookayyy…. Klingt ja schonmal interessant. Wir wollten uns dann aber noch ein paar Backpacker-Autos angucken, da das Problem des Pajeros bzw. eines Autos aus der Werkstatt gewesen wäre: Es wäre leer gewesen. Keine Camping Ausrüstung etc.pp… – “Das ist kein Problem – Campingzeugs haben wir hier in der Werkstatt massenhaft – Das bekommt ihr von uns mit”
So. Und nun die Kurzfassung: Ein paar Backpackerautos angeguckt, für nicht gut befunden, zurück zu John, mit ihm gesprochen, Erlaubnis für die Testfahrt geholt, Angebot bekommen, nach der Testfahrt im Hof der Werkstatt zu campen (Hatten das Hostel ja nur für ein paar Tage), am selben Abend spontan dazu entschieden mit ein paar Leuten Snake-Catching zu fahren, Abends Auto geholt, zum Suburb gefahren, Schlüssel nicht rausbekommen, über eine leuchtende Lampe und Geräusche gewundert, unverrichteter Dinge wieder zurück zur Werkstatt (Abends um 21 Uhr oder so), *Facepalm* – sich ziemlich Dumm vorgekommen (Den Schlüssel bekommt man nur mit einem “versteckten” Knopf aus dem Zündschloss), zurück ins Hostel, am nächsten Tag Auto mit Campingzeugs geholt (und schon etwas repariert), Essen gekauft, ab in den Litchfield Park gefahren.
Den ersten Tag haben wir nahe der -Quellen verbracht, da wir uns am nächsten Tag dort mit Glenn (die eigentlich Magdalena heißt und in der Werkstatt seit eeeeinigen Wochen gestrandet ist, dort wohnt und von dort aus zur Arbeit fährt) und ein paar anderen Backpackern treffen wollten.
Die nächsten Tage im Litchfield verbracht, zurück zur Werkstatt und dann dort für ca eine Woche gewohnt während wir auf das Auto gewartet haben bzw. wir auch unser Auto eingerichtet haben… Wir haben uns zusätzlich eine zweite Batterie einbauen lassen, da wir einen kleinen Kühlschrank mit uns rumfahren – Eine wunderbare Sache!
Ausserdem hat sich in der Zeit unser Wunsch nach einem Roof-Rack (also Dachgepäckträger) mit der Möglichkeit, ein Zelt drauf zu stellen zu einem Zelt als Roofrack gewandelt. Sehr luxeriöse Sache! – Einfach aufklappen und man hat auf dem Auto ein Zelt mit zwei Matratzen und daneben sofort ein Vorzelt. Richtig geil ;-)
Wenn ich mal wieder schnelles Internet haben sollte, packe ich noch ein paar Bildchen rein.
Auf geht’s!
Unser Plan: Von Darwin aus durch den Kakadu-Nationalpark und dann von dort aus weiter über Katherine nach Alice Springs.
Für den Nationalpark haben wir dann noch zwei Mitfahrer mitgenommen um uns Benzin und Essensgeld mit denen zu teilen.
Den letzten davon haben wir gestern in Katherine abgesetzt und wir sind nun wieder zu Zweit auf dem Weg nach Alice Springs um dort mal nach Arbeit zu schauen. (Und den Uluru etc. anzugucken)
So. Jetzt seit ihr wieder auf dem aktuellen Stand, ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, und wir fahren dann gleich erstmal weiter Richtung Bitter-Springs in Mataranka…






Martin
12. September 2010
Renate
12. September 2010